Weinerei Nürnberg


Deutschlands erstes Kulturwohnzimmer der Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in Europa e.V.

Stummfilmabend – Das Ende von St. Petersburg – 1927

Am Mittwoch, 26. Mai 2010 um 19:30 Uhr

„Das Ende von St. Petersburg“ (UdSSR, 1927; 100min)

Den Drehauftrag für den 1927 (zur 10 Jahresfeier der Oktoberrevolution) erschienenen Film erhielt der berühmte Regisseur Wsewolod Pudowkin vom der KpdSU.

Dementsprechend propagandistisch handelt er von dem Bauernjungen Iwan, der aufgrund einer Hungersnot im Jahr 1913/1914 sein Dorf verlassen muss, um sich eine Arbeit in der Stadt zu suchen. Dort jedoch muss er feststellen, dass hier die Lebensbedingungen für einfache Arbeiter keinen Deut besser sind. Über die Familie, die ihn bei sich wohnen lässt, schließt er erste Kontakte zu revolutionären Arbeiterführern. Von seiner Not getrieben und aufgrund seiner völligen Naivität wird er jedoch unbewusst zum Streikbrecher, und verrät obendrein diejenigen, die für ihn kämpfen. Erst als Soldat im gerade ausbrochenen I. Weltkrieg wird ihm die Ungerechtigkeit des ihn unterdrückenden, kapitalistischen Systems bewusst, und er kehrt als Revolutionär aus dem Krieg zurück. So nimmt er schließlich am Sturm auf den Winterpalais teil, und wird so zum Geburtshelfer der UdSSR, in der – wie wir ja alles wissen – alles total dufte war.

Mit fantastischen Schnitten und Montagetechniken erschuf Pudowkin mit „Das Ende von St. Petersburg“ ein zeitloses Meisterwerk der Filmgeschichte, das Heinrich Mann bei der deutsch Uraufführung als „die absolute Filmdichtung“ bezeichnete. Angesichts der momentanen weltwirtschaftlichen Situation, in der Wenige fast alles besitzen und kontrollieren, und die sozialen Unterschiede sowohl weltweit als auch im lokalen stetig wachsen, hat dieser Film trotz seiner propagandistischen Schönfärberei leider eine hohe Aktualität.

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