Stadt, Land, Fluss
Am 2. September 2010 ab 20:00
Wände mit Weltansichen.
Erneut Vorhang auf für die Künstler hinter der Theke! Zwischen dem alltäglichen Lebenswahnsinn und dem Ehrenamt in der Weinerei, schwärmen die Weinereimitglieder auch schon mal in die nahe und ferne Fremde aus. In ihren Fotografien erzählen sie von ihren Begegnungen auf Reisen, von verschiedene Geschichten aus Ländern, die sie bewandert, von Städten, die sie erkundet, von Flächen, die sie durchquert und von Menschen, denen sie stets auf diesen wegen begegnet sind.
Zu sehen ist Schönes, Hässliches, Interessantes, Skurriles, Persönliches, Buntes, Tolles und Komisches aus aller Welt.
Die Vernissage mit Häppchen und Musik findet am 2.September 2010 um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 25. September zu sehen sein.
Keine Ausstellung im August
Am 1. August 2010 ab 20:00
Man kann sozusagen das Sommerloch in unseren Ausstellungsräumen live beobachten. Der Barbetrieb geht wie gewohnt weiter.
Ardor Cupiditatis
Am 1. Juli 2010 ab 20:00
Helene Gette zeigt der Weinerei Menschen.
“An wieviel aus der Vergangenheit, (…) sollen wir uns erinnern und es im Herzen wahren, und wieviel davon müssen wir hinter uns lassen und vergessen?”
Toni Morrison
Durch symbolische Attribute, die an Elemente aus der Kunstgeschichte anschließen, schafft Sie individuelle Stereotypen.
Die Dargestellten erscheinen fremd vertraut.
In den Gemälden herrscht eine mysteriöse Atmosphäre vor, die fesselnd auf den Betrachter wirkt.
Die Künstlerin bringt durch eine Mischung aus ruhigem und expressiv-gestischen Duktus Gedankengänge und das emotionale Innenleben der Portraitierten ans Tageslicht, die Leinwand. In ihren Werken scheinen jene Personen dennoch stets ein Geheimnis für sich zu behalten.
Die Motive der Arbeiten von Helene Gette entstammen ihrem unmittelbaren Umfeld und Alltag.
Die Vernissage findet am 1. Juli 2010 um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 31. Juli zu sehen sein.
Love is a Dog from Hell
Am 3. Juni 2010 ab 20:00
Tuschezeichnungen von Andreas Lehmeyer
DIE DUSCHE (von Charles Bukowski)
Hinterher gehn wir jedesmal unter die Dusche,
ich mag das Wasser gern richtig heiß, sie nicht so sehr,
und ihr Gesicht ist immer ganz weich und friedlich,
und sie wäscht mich immer zuerst,
seift mir die Eier ein, hebt sie an,
drückt sie, dann wäscht sie mir den Schwanz
“Hey, der ist ja immer noch steif!”,
dann das ganze Haar da unten,
den Bauch, den Rücken, die Beine.
Dann wasche ich sie.
Zuerst die Möse. Ich stehe hinter ihr,
mein Ding zwischen ihren Hinterbacken,
und schäume ihr mit Gefühl die Mösenhaare ein,
wasche sie langsam und bedächtig,
lasse mir dazu vielleicht mehr Zeit als unbedingt nötig …
dann die Kniekehlen, die Schenkel, den Arsch, den Rücken,
ich dreh sie herum, gebe ihr einen Kuß,
seife ihr die Brüste ein, den Bauch, den Hals …
die Knie, die Waden, die Füße …
dann noch mal die Möse, als Glücksbringer,
noch mal ein Kuß, dann geht sie raus und frottiert sich ab,
manchmal singt sie auch dabei …
ich bleibe unter der Dusche, stelle mir das Wasser heißer,
genieße das wohlige Gefühl, das Wunder der Liebe.
Dann geh auch ich raus,
gewöhnlich ist es Spätnachmittag und ruhig
und beim Anziehen überlegen wir gemeinsam,
was noch alles zu erledigen ist,
aber dadurch daß wir zusammen sind,
erledigt sich schon das meiste, eigentlich alles.
Und solange es so ist, zwischen Mann und Frau,
ist es für jeden mal besser, mal schlechter,
aber immer wieder anders.
Für mich ist es eine selten schöne Erinnerung,
sie überdauert den Aufmarsch von Armeen,
das Klappern von Pferdehufen vor dem Fenster,
den Nachgeschmack von Niederlagen, Schmerzen, Depressionen …
Linda, du hast es mir gegeben;
wenn du mir´s wieder nimmst tu es langsam und mach mir´s leicht,
als würde ich sterben im Schlaf und nicht im Leben.
Amen.
Die Vernissage findet am 3. Junii 2010 um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 26. Juni zu sehen sein.
Kontraste
Am 6. Mai 2010 ab 20:00
Arbeiten von Vasilij Plotnikov
Vasilij Plotnikov (www.woodfiction.de) steht für den schöpferischen Umgang mit verschiedenem Material. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht Holz – denn jedes Stück Holz zeichnet sich durch seine besonderen Eigenschaften aus: Standort, Wachstum und Beschaffenheit haben ihm Charakter gegeben und Vasilij lässt dieses gewachsene Material erneut wachsen, haucht ihm neues Leben und neue Bedeutung ein.
Für diese Ausstellung wählt Vasilij besonderes Holz: Mooreiche. Auch sie ist gewachsen, hat sich Eigenschaften ihrer Umgebung einverleibt, wurde jedoch auch im Tode geformt – um nun zu neuem Leben erweckt zu werden.
Vasilij Plotnikov synthetisiert und kontrastiert das Besondere der Mooreiche mit Metall und Keramik. So verschmelzen verschiedene Materialien scheinbar zu einer Einheit und behalten doch ihre Eigenheit, begehren mit ihrem je eigenen Charakter auf und versuchen sich so zu emanzipieren und vom Umschließenden, vom Gegenüber zu distanzieren. So entsteht eine Spannung, die sich nur im Auge des Betrachters lösen kann.
Die Vernissage findet am 6. Mai 2010 um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 29. Mai zu sehen sein.
Aufbruch
Am 1. April 2010 ab 20:00
Malerei und Grafik von Tobi Bauer aus den Jahren 2004 bis 2009.
“Bilder welche die Wurzeln im Graffiti nicht verleugnen aber dessen Strukturen, Formen und auch Grenzen aufzubrechen versuchen” – so würde der Künstler Tobi Bauer vielleicht seine derzeitige Ausstellung in der Weinerei selbst beschreiben Die Wurzeln im Graffiti möchte er auch nicht leugnen, große Wandbilder bleiben die Leidenschaft des 26-jährigen. Dennoch beschäftigt er sich zunehmend mit einem Aufbruch bekannter Strukturen und Formelementen auf Leinwand und Papier, mit Sprühdose, Pinsel, Airbrush, Bleistift ,Kohle und Filzstift. Gezeigt werden erstmalig Zeichnungen und Bilder, hauptsächlich aus den Schaffensjahren vor seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg.
Die präsentierten Arbeiten spiegeln den stetigen Prozess eines künstlerischen Aufbruchs des Schaffenden aus sicherem Terrain zu neuen Gefielden wieder.
Die Vernissage findet am 1. April 2010 um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 30. April zu sehen sein.
Acryl-, Öl-, Aquarell-, Lack-, oder Airbrushfarben; Blei-, Filz- oder Buntstift; Tusche, Kreide, Kohle oder Kugelschreiber; auf Papier, Karton, Leinwand, Holz, Metall oder Kunststoff; ob schwarzweiss oder in Farbe, zurückhaltend oder gewagt, groß oder klein, dynamisch oder statisch, energiegeladen oder ruhig, vielleicht sogar alles zugleich. Kaum ein Medium, ein Material, eine Technik bleiben unversucht oder nicht miteinander kombiniert.
Kaum ein Gegenstand wurde noch nicht mit einer Idee für ein Kunstwerk etikettiert
oder zumindest für eine Installation angedacht.Ganz gleich ob gegenständlich, naturalistisch oder gegenstandslos, abstrakt, stilisiert; ob ein Bild, eine Plastik oder Installation – Experiment und Kombination sind wohl beide Credos von Tobias Bauer. Eine Vielseitigkeit, die sich sowohl in seinem Dasein als Künstler und Musiker, als auch in seinem Privatleben, in der Vorliebe für das Neue und Spontane – für Reisen, fremde Sprachen und Kulturen – wiederfindet. Auf Studienreisen nach Südamerika und Spanien konnte er in den Jahren 2002-2003 zahlreiche große Wandmalereien, oft auch in Zusammenarbeit mit hiesigen Künstlern, realisieren. Seit 2004 durchdenkt und erarbeitet sich der Künstler immer neue Wege um seinen phantastischen Formwelten auch auf Leinwandgröße Ausdruck zu verleihen.
Expressive Sessions Vol.01
Am 4. März 2010 ab 20:00
Katrin Kaa Riedl zeigt “Die Reise ins ungewisse Innere” die psycho-assoziative Videoinstallation in einer begehbaren Rauminstallation.
Die Arbeit basiert auf Bildmaterial, welches noch aus Anfangstagen der Weinerei (aus der legendären Steinstraße in Nürnberg ) stammt, das Katrin Kaa damals in den ehemaligen neuen Räumen vor der Renovierung gedreht hat. Neben der “memorialen” Bedeutung des Materials für die Weinerei, gelangt es zu ganz neuer Bedeutung auf einer ganz anderen Ebene: Die Künstlerin verwendet es synonym für eine Reise in Seelen und Gedanken-Räume bzw. Zustände, die sie in bewusst assoziativer Weise in psycho-thrill-Manier in Szene setzt. Die Besucher können sich auf eine Reise einlassen und das erleben, was sie als Disposition mitbringen.
Katrin Kaa Riedl absolvierte an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg das Studium Grafik-Design. Seitdem ist sie freischaffend und vor allem medienübergreifend und interdisziplinär als Künstlerin tätig.
2007 erhielt sie den Debütantenpreis des BBK-Nürnberg und stellt vielfältig und überregional aus. 2008 gründete sie zusammen mit Alexandra Rauh (Choreographin) das Kunstkommissariat und das interdisziplinäre Kunst-Team BAND DESIRÉ, und partizipierte bei “Tanzen! 08″
2009 wurde sie für die Teilnahme an der Ortung VI, Kunstpreis und -Bienale in Schwabach ausgewählt.
Mit ihrer Arbeit bewegt sie sich zwischen Darstellender und Bildender Kunst, hin in Richtung Gesamtkunstwerk. Der Bogen führt vom Kreativen Chaos durch Ironie- und Kritikfilter, zu einem unbeschwerten Umgang mit den Themen. Die Inhalte sind medial und konsumorientiert.
Der Andere Blick auf die Dinge führt zu einem “So-noch-nicht-Dagewesenen”!
Die Vernissage findet am 4. März 2010 um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 27. März zu sehen sein.
Terra e Mare (Erde und Meer)
Am 4. Februar 2010 ab 20:00
Stefania Milazzo erforscht mit Foto und Video Italien und Deutschland
Ein Ort, wo sich Erde und Meer in einem Lichtspiel treffen.
Ihr Studium in Molekularbiologie und ihr wissenschaftlicher Beruf haben ihre künstlerische Arbeit immer beeinflusst. Auch ihr Interesse an Tanz und Bewegung spiegelt sich in ihren Bildern wider. In einer Synthese von Wissen und körperlicher Bewegung bilden Farben und Formen eine Art „Lichtchoreographie“ in ihren Arbeiten.
Die Intimität ihrer Bilder ist das Ergebnis einer stetigen Forschung und einem Experimentieren mit Licht, welches in einer spielerhaften Traumwelt zusammengefuehrt wird.
In Terra e Mare erzählt sie verschiedene Geschichten über das Meer und die Erde, die sich treffen. Die Erde lebt in ihren abstrakten Formen und das Wasser, als Urelement des Lebens, ruft tiefe Suggestionen hervor. Hier gibt es verschiedene Wege, auf denen sich jene Universen in unendlichen Kombinationen von Licht und Formen aufeinander treffen. Die Grenzen zwischen Realität und der imaginären Welt verschmelzen ineinander und verbinden somit die beiden Dimensionen miteinander.
Die Vernissage findet am 4. Februar 2010 um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 27. Februar zu sehen sein.
Mehr Eindrücke finden sich unter www.lightstalkers.org/stefania-milazzo
Alles Fließt mit Loop und Musik
Am 8. Januar 2010 ab 20:00
Bele Albrecht zeigt Knetgummianimationen
In Bele Albrechts Filmen agieren Knetfiguren. Sie holen den Betrachter dort ab, wo “Lucy der Schrecken der Straße” und “Wallace und Gromit” ihn stehen ließen. Im Gewand der Knetanimation treten Bele Albrechts Loops auf, die Themen behandeln, die das Individuum im Innersten anrühren – trotz ihrer scheinbaren Belanglosigkeit.
Dabei sind es gerade die kleinen Gesten der reduziert gehaltenen Figuren die unbewußt große Emotionen erzeugen.
Einige Filme schafft Bele Albrecht auch extra für die jeweiligen Ausstellungsräume und projeziert sie in “Lebensgröße” , so dass die Figuren im Kontext des realen Raumes zu sehen sind.
In dem Musikvideo “She stole my sole” der Band Jackson Zero, das bei der Vernissage präsentiert wird, agieren die Knetfiguren erstmals in einer träumerischen Narration, die sich mit realen Bildern verknüpft. Die Band spielt Life bei der Vernissage.
Links:
www.myspace.com/jacksonzero
www.myspace.com/therealemptyjahlexproject
www.myspace.com/belealbrecht
Die Vernissage findet am 8. Januar 2010 um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 30. Januar zu sehen sein.
Das Weib unter der Stange
Am 3. Dezember 2009 ab 20:00
Changhee Nam, Student an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, zeigt seine Arbeit.
Der Sport spielt in Changhee Nams Malerei eine auffallend wichtige Rolle. Das mag mit seiner Militärzeit in der südkoreanischen Armee zu tun haben, wo der körperlichen Ertüchtigung absolute Priorität eingeräumt wird. Im Sport geht es um weitaus handfestere und eindeutiger messbare Leistungen als in der Kunst, welche demgegenüber komplexe Wahrnehmung und individuelle Freiheit in den Vordergrund stellt.
Vielleicht erklärt das die enorme Vielschichtigkeit in Changhees früheren Sportbildern, eine Vielschichtigkeit sowohl in inhaltlicher wie in formaler Hinsicht, die rätselhafte Situationen und überraschende Kombinationen von Körpern und Dingen in komplex verschachtelten Räumen und multiplen Ebenen hervorbrachte.
Zu einem vorläufigen Höhepunkt führte dieser künstlerische Weg Changhee in seiner Serie der Gewichtheberinnen. Die Anstrengung ist hier plötzlich konzentriert auf ein einziges, völlig klares und realistisches Thema, weg von allem Ungefähren.
Changhee versteht es, diesen Trumpf drastisch inszeniert auszuspielen: Seine kraftvolle Gestik und der Einsatz auch pastosen Materials, diese außerordentlich dichte und insistierende Malweise wird uns ausgerechnet auf dünnstem und leichtestem koreanischen Reispapier präsentiert, dazu noch in großem Format.
Die Vernissage findet am 3. Dezember um 20.00 Uhr statt. Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 02. Januar 2010 zu sehen sein.











