Weinerei Nürnberg


Deutschlands erstes Kulturwohnzimmer der Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in Europa e.V.

Vernissage: Zerstörung und Neubeginn von G. Metz & V. Schildmann

Am Donnerstag, 1. Juni 2017 um 20:00 Uhr

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Vernissage zur gemeinsamen Ausstellung „Zerstörung und Neubeginn“ von Gisela Metz und Volker Schildmann am 1. Juni ab 19:00 in der Weinerei.

Gisela Metz arbeitet schon seit Jahren an den Themen „Mensch und Tier“, „Existenz des Lebens“ und „Liebe und Tod“. Ihre neuesten Bilder handeln von der Zerstörung und Scheinhaftigkeit des Individualismus. Wieviel Krieg, Zerstörung und Leid muss noch geschehen? Und Gott sieht Alles.
(Gisela Metz)

Die plastischen Figuren von Volker Schildmann bestechen auf den ersten Blick durch ihre Realitätsnähe. Nicht zuletzt trägt dazu auch die Lebensgröße einiger Arbeiten bei, aber auch die farbige Fassung, die sich bei den Akten an dem Kolorit des Inkarnats orientiert, teils angereichert durch bunte Kleidungsstücke. So treten diese Figuren dem Betrachter als vermeintlich naturnahe Abbilder seiner selbst gegenüber. Jedoch bleibt diese Farbigkeit vereinfacht: So überzieht zum Beispiel die hautfarbene Bemalung ohne Farbabstufung die ganze Figur. Bei genauerem Hinsehen nimmt man jedoch – vor allem bei den kleineren Stücken – eine Übersteigerung körperlicher Merkmale wahr, die den Figürchen einen ironischen oder vielleicht sogar karikaturistischen Aspekt verleihen. Verstärkt wird die bisweilen erheiternde Wirkung durch gymnastische Körperhaltungen, welche die weiblichen Geschlechtsmerkmale zur Schau stellen. Und dann gibt es wieder Arbeiten, bei denen das Material als solches explizit vorgetragen wird. Dies sind vor allem die Werke aus Speckstein, bei denen es so scheint, als versuchten die Figuren sich aus dem teilweise nur roh behauenen Block zu lösen, mit dem sie doch so stark verbunden sind. Die ästhetische Qualität des Steins wird hier vom Künstler erfasst und sein innewohnendes Potential in Form seiner Figuren enthüllt. Diese Arbeiten scheinen dem Betrachter eine Geschichte erzählen zu wollen. Aber auch hier wird das narrative Moment durchbrochen von der Nacktheit der Figuren, die der Distanzierung von der Wirklichkeit dient. Als nächste Instanz kommen die Titel hinzu, welche die Arbeiten manchmal auf eine neue Ebene heben, sie geheimnisvoller wirken lassen oder ebenfalls zur Überspitzung der Form beitragen und sie damit ins Absurde führen. Es ist eine Frage nach unserem Blick auf die Realität und dem, was schön ist. Volker Schildmann verabschiedet sich in seinen Arbeiten von dem klassischen Schönheitsideal durch seine ironische Sichtweise und animiert damit uns als Betrachter, unsere Wirklichkeit neu zu bewerten.
Nina Hartgenbusch, M.A. Galerie Epikur, Wuppertal)

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