Weinerei Nürnberg


Deutschlands erstes Kulturwohnzimmer der Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in Europa e.V.

Kombiausstellung: Daniel Peter & Thomas Wesoly

Am Donnerstag, 4. Oktober 2012 um 20:00 Uhr

Im Oktober präsentiert die Weinerei Arbeiten von Daniel Peter und Thomas Wesoly, die in dieser Ausstellung gänzlich ungeplant und völlig zufällig aufeinander treffen.

Daniel Peter zeigt: kunstblut

ein fotografischer essay

„if it’s „fantastique“ it has to be erotic, way out and fabulous. linear narrative
and logic are always ignored in a „fantastique” film. the pictorial, the excessive
and the irrational are the privileged factors. if it does have a structure, it’s the
structure of a crazy dream. a dream full of potent, frightening and sometimes
inexplicable images.” pete tombs

der europäische b-horror aus den 70ern feiert den logischen bruch. anders als das gewöhnliche horrorkino, das eine diegetische rationalität braucht, in die das übernatürliche einbrechen kann, verabschiedet sich der b-horror komplett von narrativen zwängen. je abstruser sich ein geschehen entwickelt, desto besser. ein großer, unmoralischer alptraum: es ist die tradition der surrealisten, die in den filmen weiterlebt. ein filmisches theater der grausamkeit.

b-horror celebrates the logical error. unlike the ordinary horror-movie,
that lacks diegetic rationality, within which the supernatural may occur,
b-horror completely neglects narrative restraints.. the more absurd
a story develops, the better. a great immoral nightmare. it is the tradition
of the surrealists that lives on in those movies.
a cinematic theatre of cruelty.

in meinem bildern versuche ich, an das subgenre anzuknüpfen, seine obskuren eigenarten photographisch aufzuarbeiten. mein ansatz ist nicht konzeptuell sondern intuitiv. ich kreise um die leitmotive des horrors (angst, tod, sexualität), übernehme die alptraumartige struktur, die die filme vorgeben und entwickle daraus meine eigene bildwelt. es geht nicht darum, bilder nach filmen zu machen, sondern die gefundenen stereotypen in eine eigene bildsprache zu integrieren, sie in unterschiedlichen ebenen fotografischer realität aufzulösen. vom quasi-filmstill, über das szenische porträt bis zur originär fotografischen studioaufnahme. die bilder pendeln zwischen laut und leise, zwischen filmischer fiktion und fotografischer geste. was sie verbindet ist die künstlichkeit beider ansätze. spuren der realität werden maskiert (ich), verwischt und überschminkt. es gibt kein dahinter. eine künstliche welt, die auf ein fiktionales repertoire zurückgreift. blanke oberfläche. digital aufgenommen. kein negativ. keine körperliche entsprechung. ein reines phantasma. ein sinnlich-buntes spektakel, das sich selbst feiert.

(that part’s quite hard to translate, maybe you got someone, who speaks
german. otherwise i’ll try to sum it up for you…

basically i’m making use of the obscure charcteristics of b-horror in
order to create my very own imagery. it’s not about telling stories, neither
it’s about taking film stills. it’s about integrating the stereotypes into my
photographic vision. irrational. artificial. absurd. it’s a weird dream
which i’m part of (the guy with the chainsaw. and the one with the camera).

Thomas Wesoly zeigt: Warum sich festlegen?

Mixed media (Acryl, Nylon-Baumwollfäden, Metall+Papier)

Nicht gerade unberechtigt kam die Frage eines Bekannten bei der Durchsicht der einzelnen Werke: „Sehr abwechslungsreich, aber wohin soll die Reise gehen?“

Weshalb muss sie irgendwohin gehen, das würde ja bedeuten, es gibt ein Ziel und somit auch ein Ende. Die Antwort kann nur lauten: “Der Weg ist das Ziel“. Kategorien und Schubladen sind so beengend und damit unkreativ, aus diesem Grund sind die Werke von Thomas Wesoly auch so quecksilbrig. Die Bilder entstehen auf Grund der verschiedensten Einflüsse, welchen man sich nicht entziehen kann oder will: Songtexte (z.B. Kiss-Kiss- Bang-Bang), Weltgeschehen, Eindrücke aus Museen und Kunstausstellungen, Reiseimpressionen oder Stimmungen, die sich dann ihre Bahn in den Bildern brechen müssen. So unterschiedlich wie Einflüsse sein können, so unterschiedlich in Form, Farbgebung und Materialeinsatz sind folglich auch die Bildergebnisse. Dunkel bis grell, Naturmaterialien, Kunststoff, Holz oder Leinwand, leichte und schwer verdauliche Thematik. Der Facettenreichtum und der ständige Wandel macht das Betrachten der Werke zu dem was sie sind – abwechslungsreich.

 

Die Vernissage findet am Donnerstag, den 04.10.2012 um 20 Uhr statt.
Die Ausstellung wird in der Weinerei bis zum 27.10.2012 zu sehen sein.

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