Weinerei Nürnberg


Deutschlands erstes Kulturwohnzimmer der Gesellschaft zur Förderung von Kunst und Kultur in Europa e.V.

beyond everything – the water I went in

Am Donnerstag, 3. September 2015 um 20:00 Uhr

Beate Grötsch1
Eine Fotoausstellung von Beate Grötsch zeigt den fränkischen Weiher von einer neuen Seite. Eine künstlerische Videosequenz 14 days after by Ulzen zur Amoktat in Ansbach rüttelt die Ausstellung wach.

Eine Fotoausstellung von Beate Grötsch zeigt Aufnahmen aus ihrer Heimat Ansbach. Sie hat sich den fränkischen Weiher über ein Jahr vorgeknöpft. Entstanden sind Fotos, die einen neuen Blickwinkel erlauben auf die teilweise angelegten Karpfenweiher, die Ruhe und Zeitlosigkeit ausstrahlen. Zurück gekommen aus London, wo Sie Drehbuch studierte und an ihren Filmprojekten gearbeitet hat, war der Fokus nach der Rückkehr komplett auf der regionalen heimatlichen Landschaft. Ein Weiher ist für die Künstlerin eine Reise in die Vergangenheit, denn als Kinder konnten sie dort teilweise noch baden: „War es uns als Kinder erlaubt, dort alleine mit dem Fahrrad hinzufahren und viele Stunden dort zu verbringen, wussten wir genau, wo es tiefe Stellen gab und wann es Zeit war zu gehen, da die Stechmücken bald am Werk sein würden. Die Farbe des Weihers fasziniert mich, da sie doch so ganz an­ders ist als das Meer – einfach tief dunkelgrün und manchmal einfach braun“.

So startete der Fotozyklus im Sommer 2014 und brachte Unterwasserfotos und Porträts der Wasseroberfläche von drei Weihern hervor. „Immer, wenn ich zurück war von Berlin, wo ich an meinem Spielfilmprojekt arbeite, habe ich an den Fotos weitergearbeitet“. Was beim ersten Sehen der Fotos monochrom wirkt, ist bei näherer Be­trachtung vielfältig abgestuft: Eine zum Abstrakten neigende Ver­einfachung beschreiben die Fotos gut. Die Fotos erfassen die Oberfläche des Weihers, das Unbewusste und nicht Sichtbare tritt hervor. Daraus entstand eine Beobachtung, die sich über alle Jahreszeiten fortsetzte und jetzt 2015 im Sommer wieder endet.

„Der Weiher: Belebter Behälter – ohne lichtarme Tiefenzone. Das ist der Weiher laut Definition. Meiner Ansicht nach gibt es sehr viele Weiher, bei denen ich nicht den Boden sehen kann. Ich habe mich auf den Weg gemacht und habe viele der nahege­legenen Weiher meiner Heimatstadt Ansbach besucht. Viele sind nicht mehr zu­gänglich, da sie verwildert sind oder die Wasserqualität es nicht mehr erlaubt, dort baden zu gehen. Doch einen habe ich gefunden, welcher bei Unterwasseraufnahmen reines türkis und smaragdgrün durchflutet, da war ich sehr überrascht“.

Durchkreuzt wurde diese ruhige Arbeit an den Weihern durch die schreckliche Amokfahrt eines Ansbachers diesen Jahres. Die Amokroute ging sehr nah ca. 2 km entfernt von einem Weiher an dem die Künstlerin arbeitete entlang, was Beate Grötsch dazu bewegte diese Vorkommnisse in die Ausstellung mit einzubauen. Zusammen mit ihrer Schwester Ulli Grötsch, Landschaftsarchitektin, welche die Fotos schoss, machten sich beide auf den Weg die Amokstrecke zu dokumentieren: Genau zur gleichen Zeit, bei gleichem Wetter, 14 Tage nach der Tat, an einem Freitag. „Die Luft hing voller Trauer, Wut und Ohnmacht in Ansbach. Wir wollten etwas zur Auflösung beitragen“. Daraus ist eine Videosequenz in schwarz/weiß entstanden, die die Ausstellung abrundet.

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Eröffnung: Günter Reichert: Deutscher Kulturförderpreisträger

Die Vernissage findet am Donnerstag, den 03.09.2015 um 20 Uhr mit Musik von André Lammel statt.

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